Variablen
Eine Variable ist ein Platzhalter, den du in den Text der Projektbeschreibung schreiben. Beim Erstellen des Reports ersetzt VStatics ihn durch den Wert aus der gerade abgeschlossenen Berechnung. So steht in der Projektbeschreibung immer die aktuelle Zahl, ohne dass du sie von Hand nachpflegen musst.
Geschrieben wird eine Variable mit ihrem Namen zwischen zwei Prozentzeichen:
Die Gesamtlänge aller Traversen beträgt %TotalTrussLength%.
Bis auf die Projektnummer stammen alle Werte, die über Variablen ausgegeben werden, aus derselben Berechnung, aus der auch das Berechnungsprotokoll entsteht. Du kannst jeden Wert dort nachschlagen — das Protokoll lässt sich nach dem Abschluss der Berechnung öffnen. Zu jeder Variablen ist unten angegeben, in welcher Sektion des Protokolls und unter welcher Beschriftung der Wert steht.
Wie und wo Variablen wirken
Ort. Variablen wirken im Textteil der Projektbeschreibung — also in der Datei
<Zeichnungsname>.project unterhalb des Konfigurationsbereichs. Variablen können an
jeder Stelle des Fließtextes stehen, auch mehrfach.
Eine Ausnahme im Konfigurationsbereich. Dort wirkt genau eine Variable an genau einer
Stelle: %ProjectNumber% in der Zeile SubTitle. Der Platzhalter wird durch die Projektnummer
ersetzt, so dass die Unterüberschrift der Projektbeschreibung die Nummer mitführt. Andere
Variablen wirken im Konfigurationsbereich nicht, und %ProjectNumber% wirkt dort in
keiner anderen Zeile.
Zeitpunkt. Die Ersetzung läuft einmal je Report, und zwar erst, nachdem die Berechnung vollständig durchgelaufen ist. Alle ausgegebenen Werte gehören deshalb immer zusammen und beschreiben denselben Berechnungslauf.
Nur im Report. Ersetzt wird ausschließlich beim Erstellen des Reports. Im Berechnungsprotokoll und in der Zeichnung gibt es keine Variablen.
Groß- und Kleinschreibung zählt. Der Name muss zeichengenau stimmen.
%TotalLoad% wird ersetzt, %totalload% nicht.
Unbekannte Namen bleiben stehen. Ein Name, den es nicht gibt, und ein Name mit
Tippfehler werden nicht ersetzt, nicht geleert und lösen keine Fehlermeldung aus — sie
stehen unverändert im fertigen Report. Dasselbe gilt für eine unvollständige Schreibweise
wie %TotalLoad ohne Schlusszeichen.
Name und Wert nebeneinander. Setzt du eine Variable in Anführungszeichen, wird sie nicht ersetzt; im Report erscheint nur der Name ohne die Anführungszeichen. Damit lassen sich Name und Wert nebeneinander ausgeben — genau so ist die mitgelieferte Vorlage aufgebaut:
"%TotalTrussLength%": %TotalTrussLength%
Weil ein falsch geschriebener Platzhalter keine Fehlermeldung erzeugt, sondern sichtbar
im Report stehen bleibt, lohnt sich nach dem Anpassen der Projektbeschreibung ein Blick
auf die fertige Seite. Ein Rest der Form %…% zeigt einen Tippfehler an — oder ein
Paar Anführungszeichen zu viel.
Übersicht
Die Spalte Bedeutung ist bewusst knapp; die Abgrenzung der Variablen untereinander steht in den Abschnitten darunter. Die Spalte Sektion im Log nennt die Stelle im Berechnungsprotokoll, an der sich derselbe Wert nachschlagen lässt.
Die Spalte Beispielwert zeigt die Werte einer einzelnen Beispielberechnung. Es sind Beispiele — keine Vorgabewerte, keine Grenzwerte und keine Erwartungswerte für dein Projekt. In deiner Zeichnung stehen dort andere Zahlen.
Einheiten und Schreibweise
Jede Variable hat genau eine Schreibweise: den Namen zwischen zwei Prozentzeichen. Die Einheit musst du nicht dazuschreiben — sie ist Teil der Ausgabe. Ebenso ist die Anzahl der Nachkommastellen fest und richtet sich nach der Größe:
Am Beispiel des Traversengewichts sieht das so aus:
Die erste Zeile ist der Normalfall. Die zweite ist die Schreibweise in Anführungszeichen, mit der die mitgelieferte Vorlage den Namen als Beschriftung ausgibt. Versehentlich gesetzte Anführungszeichen führen deshalb dazu, dass im Report der Name ohne seinen Wert steht — ohne Meldung und ohne dass ein Tippfehler vorläge. Dieses Muster gilt für alle Variablen gleichermaßen.
Angehängte Unterstriche sind keine gültige Schreibweise. %TotalTrussWeight_% und
%TotalTrussWeight__% werden nicht ersetzt und bleiben als Text im Report stehen. Es
gibt keine Variante, mit der sich die Einheit unterdrücken lässt.
Projektdaten
%ProjectNumber% ist die einzige Variable, deren Wert du selbst bestimmst. Sie steht im
Konfigurationsbereich am Anfang der Projektbeschreibung und lässt sich danach überall im
Text verwenden. Alle übrigen Variablen kommen aus der Berechnung und lassen sich nicht
von Hand setzen; entsprechend ist %ProjectNumber% auch die einzige Variable, deren Wert
nicht im Berechnungsprotokoll steht.
Auflagerlasten
Auflagerlasten sind die Eigengewichte der Auflager — nicht die Kräfte, die an den
Auflagern ankommen. Sie stehen im Berechnungsprotokoll in [5] Auflager Daten erfassen.
Unterschieden wird danach, wohin ein Auflager seine Last abgibt:
Die drei Werte hängen fest zusammen:
%SupportLoads% = %SupportDirectLoads% + %SupportSubRigLoads%
Im Beispiel also 1.600 kN an Auflagern zur Decke plus 1.500 kN an Sub-Rig-Auflagern zu 3.100 kN insgesamt.
Der Betrag von %SupportLoads% steckt bereits in %TotalSingleLoads%, weil jedes
Auflager mit seinem Eigengewicht als Einzellast geführt wird. Wer eine Gesamtlast aus den
Einzelwerten zusammensetzen möchte, darf %SupportLoads% deshalb nicht noch einmal
addieren.
Einzellasten
Diese vier Variablen zerlegen die Einzellasten in zwei Gruppen — je mit Anzahl und Summe.
Sie stehen im Berechnungsprotokoll in [22] Verwendete Einzellasten.
Im Beispiel trägt die Zeichnung 47 Einzellasten mit 8.376 kN und 3 übertragene Sub-Rig-Lasten mit 7.568 kN.
Die beiden …Count-Variablen zählen Einträge, nicht Gewichte, und tragen deshalb
keine Einheit. Eine Einzellast mit 60 kg zählt genauso wie eine mit 6 kg.
%TotalSingleLoads% und %TotalSubRigLoads% sind keine Teilmengen voneinander und
dürfen nicht addiert werden, um eine Gesamtlast zu bilden. Die Sub-Rig-Lasten sind
Auflagerreaktionen der unteren Ebene, die auf der oberen Ebene noch einmal als Punktlast
auftreten. Im Protokoll ist das in [26] Punktlasten sichtbar: Der Block Sub-Rig
schließt mit einem DELTA von 0.000 ab, weil sich die weitergereichte Last dort
gegenseitig aufhebt. Die Gesamtlast des Systems steht in %TotalLoad%.
Streckenlasten und Traversen
Die Traversenwerte stehen im Berechnungsprotokoll in [3] LongTruss Daten erfassen, die
Streckenlasten in [23] Verwendete Streckenlasten.
Länge ist nicht gleich Länge
%TotalTrussLength% ist die Bauteillänge: die Summe aller Traversen, jede genau
einmal. Im Beispiel sind das 24 Traversen mit zusammen 64.77 m.
%TotalLineLoadLength% ist dagegen die Summe der Längen aller Streckenlast-Einträge.
Wirken auf eine Traverse mehrere Streckenlasten, geht ihre Länge mehrfach ein. Im
Beispiel setzt sich der Wert so zusammen:
64.77 m (Eigengewicht) + 27.77 m (Medienlasten) + 64.77 m (Rigginglasten) = 157.31 m
Beide Werte können in einer Zeichnung zufällig übereinstimmen — nämlich dann, wenn außer dem Eigengewicht keine Streckenlast wirkt. Gleich sind sie deshalb aber nicht.
Gewicht und faktoriertes Gewicht
%TotalTrussWeight% ist das Eigengewicht aller Traversen aus der Spezifikation des
Traversentyps. %TotalTrussFactoredWeight% ist derselbe Wert, multipliziert mit dem
Lastunsicherheitsfaktor für
Traversen.
%TotalTrussFactoredWeight% = %TotalTrussWeight% × Lastunsicherheitsfaktor Traversen
Im Beispiel steht dieser Faktor auf 1.00, deshalb zeigen beide Variablen 295.02 kg.
Zwei gleiche Werte bedeuten nicht, dass der Faktor übergangen wurde — bei einem Faktor von 1.00 sind faktoriertes und unfaktoriertes Gewicht schlicht identisch. Erst ein Faktor über 1.00 macht den Unterschied sichtbar.
Zusammenhang mit %TotalLineLoads%
Das faktorierte Traversengewicht ist ein Bestandteil von %TotalLineLoads%. Der Rest sind
die globalen und die automatischen Streckenlasten. Im Beispiel entsprechen die 295.02 kg
Traversengewicht einem Anteil von 2.950 kN an den 5.252 kN Streckenlast; die übrigen
2.302 kN stammen aus den automatischen Streckenlasten für Medien- und Rigginglasten.
Für die Umrechnung zwischen den Einheiten rechnet VStatics mit einer Erdbeschleunigung von 10 m/s². 100 kg entsprechen damit 1 kN.
Gesamtlast
%TotalLoad% ist die Summe aller Lasten im System. Der Wert steht im
Berechnungsprotokoll in [26] Punktlasten bei SUM — dort ist er im Fußblock aus genau
zwei Zeilen aufgebaut:
Einzellasten + 8.376
Streckenlasten + 5.252
------------------------
SUM Ʃ 13.628
Damit gilt:
%TotalLoad% = %TotalSingleLoads% + %TotalLineLoads%
Zwei Größen sind in dieser Summe nicht als eigener Summand enthalten:
- Auflagerlasten.
%SupportLoads%steckt bereits in%TotalSingleLoads%. - Sub-Rig-Lasten.
%TotalSubRigLoads%ist keine zusätzliche Einwirkung, sondern eine bereits im System enthaltene Last, die von der unteren auf die obere Traversenebene weitergereicht wird.
Dieselbe Summe weist der Report auch in [18] System berechnen unter Modellierte
Lasten aus, dort getrennt nach Einzellasten und Streckenlasten.
Weiterführend
-
Faktoren — welcher Faktor auf welchen Wert wirkt und wann
-
Projektbeschreibung — wie die Projektbeschreibung angelegt und angepasst wird
-
Log — das Berechnungsprotokoll mit allen Abschnitten, aus denen die Werte stammen