Faktoren

VStatics verwendet eine Reihe von Faktoren und Lastwerte zur Modellierung und Berechnung der Geometrie in der Zeichnung.

Alle Einstellungen werden im Berechnungsprotokoll in Abschnitt [18] System berechnen aufgelistet, so wie sie für diese Berechnung gegolten haben. Sie können damit jederzeit nachvollziehen, mit welchen Werten ein Ergebnis zustande gekommen ist.

Zwei Arten von Faktoren

Der entscheidende Unterschied ist, wann ein Faktor wirkt.

Faktoren auf der Eingangsseite erhöhen das Gewicht selbst. Ein Scheinwerfer mit 7.60 kg geht mit 7.98 kg in die Berechnung, wenn der Faktor für Licht auf 1.05 steht. Ab diesem Moment ist der Faktor Teil der Last und taucht in jeder weiteren Zahl auf.

Faktoren auf der Ergebnisseite verändern das Gewicht nicht. Sie werden erst auf das fertig gerechnete System angewandt — auf die Auflagerkräfte oder auf die Traversenbemessung. Deshalb sehen Sie in den Lastübersichten das unfaktorierte Gewicht, in den Ergebnissen aber einen höheren Wert.


Globale Lastunsicherheitsfaktoren

Eingangsseite. Je Gerätekategorie ein Zuschlag auf das Gewicht, für Unsicherheiten in den Herstellerangaben, Zubehör und Befestigungsmaterial.

Einstellung gilt für
Licht Scheinwerfer und Lichttechnik
Audio Lautsprecher und Audiotechnik
Video Displays, Projektoren, LED-Technik
Einzelgewichte frei platzierte Gewichte
Hängepunkte Hängepunkte als Auflager
Motoren Kettenzüge und Motoren
Traversen Eigengewicht der Traversen

Sichtbar in [5] Auflager Daten erfassen und [7] Einzellasten Daten erfassen: dort steht je Zeile das Eigengewicht, der Faktor und das faktorierte Gewicht nebeneinander. Der Faktor für Traversen wirkt in [11] Streckenlasten Daten erfassen auf das Eigengewicht.

Ein Wert von 1.00 bedeutet: kein Zuschlag.


Globale Streckenlasten

Eingangsseite — und keine Faktoren, sondern Lastwerte.

Einstellung Einheit Bedeutung
Licht kg/m Zuschlag über die gesamte Traversenlänge
Audio kg/m dito
Video kg/m dito
Rigging kg/m dito

Diese vier Werte werden jeder Traverse über ihre volle Länge zugewiesen, unabhängig davon, ob dort tatsächlich Technik hängt. Sie bilden Verkabelung, Kleinteile und Zubehör ab, die man nicht einzeln modellieren möchte.

Sichtbar in [11] Streckenlasten Daten erfassen als eigene Gruppen >> Globale Streckenlast Licht << und so weiter.


Automatische Faktoren

Eingangsseite. Zwei Zuschläge, die VStatics selbst berechnet.

Einstellung Einheit Bezugsgröße
Streckenlast-Faktor für Medienlasten Anteil Summe der Medien-Einzellasten
Streckenlast für Rigginglasten kN/m Gesamtlänge aller Traversen

Medienlasten. Ein Anteil der bereits modellierten Medientechnik wird als zusätzliche Streckenlast angesetzt — für Kabel, Adapter, Sicherungsseile und Ähnliches, das man nicht einzeln erfasst. Bei 0.35 werden also 35 % der Medienlast noch einmal aufgeschlagen. Der Zuschlag verteilt sich über die tragenden Traversen der Rig-Systeme, an denen Medientechnik hängt.

Rigginglasten. Ein fester Wert in kN/m über alle Traversen, für Rigging-Zubehör.

Beide erscheinen in [11] unter >> Automatische Streckenlasten <<.


Faktoren für Punktlasten

Ergebnisseite. Sie wirken auf die Auflagerkräfte.

Einstellung Bedeutung
Statisch ruhender Lastfall
Dynamisch Lastfall mit Bewegung, etwa beim Verfahren von Motoren

Beide werden auf das gerechnete System angewandt und erscheinen in [26] Punktlasten als Static Force und Dynamic Force, jeweils mit der zugehörigen Auslastung gegen die zulässige Last des Auflagers.

Der Übergang zwischen beiden Spalten wird im Log als Verhältnis ausgewiesen — bei Statisch 1.15 und Dynamisch 1.45 steht dort x 1.26, weil 1.45 ÷ 1.15 = 1.26 beträgt.


Sicherheitskonzept

Ergebnisseite. Diese Beiwerte gelten ausschließlich für die Traversenbemessung in [24] Traversenbemessung.

Einstellung gilt für
Medientechnik Lastanteile der Kategorie Medien
Rigging alle übrigen Lastanteile, einschließlich Eigengewicht

Sie können entweder nach EUROCODE arbeiten oder eigene Sicherheitsfaktoren vorgeben. Die Überschrift von [24] nennt das jeweils verwendete Konzept, zum Beispiel „mit Sicherheitskonzept nach eigenen Sicherheitsfaktoren".

Die Beiwerte werden im Berechnungskern auf die Schnittgrößen aufgeschlagen. Das ausgewiesene Biegemoment ist damit ein Bemessungswert und wird gegen den Bemessungswiderstand der Traverse gestellt.


Wo wirkt was

Einstellung Gewicht Auflagerkräfte [26] Traversenbemessung [24]
Lastunsicherheitsfaktoren enthalten enthalten
Globale Streckenlasten enthalten enthalten
Automatische Faktoren enthalten enthalten
Statisch / Dynamisch
Sicherheitskonzept

„Enthalten" heißt: der Wert steckt bereits in der Last und wirkt dadurch überall weiter.