Einseitig aufgelegte Traverse mit Support

Eine Traverse wird auf der einen Seite auf ein Hauptrig aufgelegt, an der anderen Seite mit einem Support abgefangen.

Vor der ersten Berechnung muss dieser Nutzungshinweis bestätigt werden.

Warnmeldung beim ersten Ausführen der Berechnung
Warnmeldung beim ersten Ausführen der Berechnung
Draufsicht eines Hauptrig mit einseitig abgehangenen aufgelegten Traversen
Draufsicht eines Hauptrig mit einseitig abgehangenen aufgelegten Traversen


Modellierung und Berechnung

Voraussetzungen

  • Die aufgelegte Konstruktion ist eine gerade Traversenstrecke ohne Traversenecken.
  • Sie hat genau einen eigenen Support, zum Beispiel einen Motor.
  • Sie liegt an genau einer Stelle auf dem Hauptrig auf. Die Traversen müssen sich dort im Grundriss kreuzen.
  • Eine Pipe ist nicht erlaubt. Eine Pipe mit einem Support und einem Auflagepunkt wird bewusst nicht unterstützt.

Ist eine Voraussetzung nicht erfüllt, meldet VStatics einen Fehler.

Ablauf der Berechnung

  1. Am Auflagepunkt setzt VStatics einen virtuellen Support. Er wird mit dem Handle der Traverse und dem Zusatz _V1 benannt.
  2. Die aufgelegte Traverse wird als eigenes Rig im Statikkern berechnet, mit zwei Auflagern: ihrem eigenen Support und dem virtuellen Support.
  3. Bei einer einzelnen Traverse verteilt sich die Last auf diese beiden Punkte nach dem Hebelgesetz. Je näher eine Last am Support liegt, desto mehr trägt der Support, je näher am Auflagepunkt, desto mehr trägt das Hauptrig.
  4. Der Anteil am Support wird direkt über den Support abgetragen, zum Beispiel über den Motor in die Hallendecke.
  5. Nur der Anteil am Auflagepunkt wird als Einzellast auf das Hauptrig übergeben. Danach wird das Hauptrig berechnet.

Dabei gilt, wie beim aufgelegten Rig:

  • Die aufgelegte Traverse wird vollständig nachgewiesen, mit Traversenbemessung.
  • Lasten, Unsicherheitsfaktoren und automatische Streckenlasten werden wie gewohnt berücksichtigt.
  • Der Anteil aus Medienlasten wird getrennt übergeben und im Hauptrig weiterhin als Medienlast bewertet.

Weitere Traversen auf einseitig aufgelegten Traversen

Auf einseitig aufgelegte Traversen können weitere Traversen aufgelegt werden, zum Beispiel eine Quertraverse zwischen zwei einseitig aufgelegten Traversen. Alle diese Traversen werden gemeinsam in einem Rig berechnet.

Liegt dagegen eine Traverse nur auf einer einseitig aufgelegten Traverse und ragt seitlich heraus, würde die Konstruktion um die Linie Support–Auflagepunkt kippen. VStatics meldet dann einen Fehler.

Projektdokumentation

In der Projektdokumentation (Report, Log, Loads-Pdf) wird die einseitig aufgelegte Traverse als eigenes Sub-Rig mit ihrem Support aufgeführt. Die Last ihres Supports erscheint dort bei den Punktlasten. Die an das Hauptrig übergebene Last erscheint als SUB-RIG-<Handle Traverse>;<Handle Traverse>_V1, der Medienanteil mit dem Zusatz ;M.


Grenzen des Verfahrens

Die Traverse muss wirklich aufliegen. Die Berechnung geht davon aus, dass die Traverse am Auflagepunkt tatsächlich auf dem Hauptrig aufliegt und der Support exakt auf diese Höhe eingestellt ist. Wird der Support in der Realität zu hoch gefahren, hebt die Traverse vom Hauptrig ab und der Support trägt die ganze Last. Wird er zu tief eingestellt, drückt die Traverse stärker auf das Hauptrig. Die berechneten Werte gelten nur für die korrekt eingestellte Höhe.

Abheben wird als Fehler gemeldet. Ergibt die Rechnung am Auflagepunkt eine nach oben gerichtete Kraft, würde die Traverse dort abheben, zum Beispiel bei einer schweren Last weit hinter dem Support. VStatics meldet dann einen Fehler.

Keine Mischung aus Auflage und Drops. Eine Traverse, die gleichzeitig aufliegt und an Drops hängt, wird nicht unterstützt.