Rig auf Hauptrig auflegen
Ein Rig besteht in der Regel aus Traversenstrecken und Traversenecken, so dass eine verbundene Konstruktion entsteht.
Ein beliebiges Rig kann auf ein darunterliegendes Rig aufgelegt werden. Das untere Rig wird dabei zum Hauptrig.
Alle Rigs werden jeweils separat von oben nach unten gerechnet. Die Punktlasten des aufgelegten Rigs werden als Einzellasten am Hauptrig angelegt.
Modellierung und Berechnung
Wann gilt diese Konstellation?
- Beide Rigs haben Traversenecken, sind also geschlossene oder winklige Konstruktionen.
- Das obere Rig liegt direkt auf dem unteren Rig auf. Dafür muss es in der Höhe direkt auf dem Hauptrig eingezeichnet sein.
- Das untere Rig nimmt die Last des oberen auf und ist damit das Hauptrig.
Voraussetzungen
- Das aufgelegte Rig liegt nur auf dem Hauptrig auf. Es darf keine eigenen Supports haben und nicht zusätzlich an Drops hängen.
- Es braucht mindestens drei Auflagepunkte, die nicht auf einer Linie liegen. Auf zwei Punkten oder auf Punkten auf einer Linie würde ein Rig mit Ecken kippen.
- Auch das Hauptrig muss Traversenecken haben. Eine gerade Traversenstrecke kann ein Rig mit Ecken nicht sicher tragen.
- Die Traversen müssen sich im Grundriss kreuzen. Liegt eine Traverse des oberen Rigs parallel auf einer Traverse des Hauptrigs, ist das eine Auflage über eine ganze Linie. Diese wird nicht unterstützt.
Ist eine Voraussetzung nicht erfüllt, meldet VStatics einen Fehler.
Auflagepunkte
Überall dort, wo sich im Grundriss eine Traverse des aufgelegten Rigs mit einer Traverse des Hauptrigs kreuzt, setzt VStatics automatisch einen virtuellen Support.
Die virtuellen Supports werden mit dem Handle der aufliegenden Traverse und dem Zusatz _V1, _V2, … benannt, gezählt vom Startpunkt der Traverse aus.
Ablauf der Berechnung
- Zuerst wird das aufgelegte Rig als eigenes Rig im Statikkern berechnet. Die virtuellen Supports sind dabei seine Auflager.
- Die Kraft an jedem Auflagepunkt wird als Einzellast an der gleichen Stelle auf das Hauptrig übergeben. Die Last drückt dort nach unten.
- Danach wird das Hauptrig mit diesen Einzellasten berechnet.
Liegt auf dem aufgelegten Rig ein weiteres Rig, wird genauso von oben nach unten weitergerechnet.
Dabei gilt, wie beim abgehangenen Rig:
- Das aufgelegte Rig wird vollständig nachgewiesen, mit Traversenbemessung, wie jedes andere Rig im Statikkern.
- Lasten, Unsicherheitsfaktoren und automatische Streckenlasten werden im aufgelegten Rig wie gewohnt berücksichtigt.
- Der Anteil aus Medienlasten (Licht, Audio, Video) wird getrennt übergeben, damit er im Hauptrig weiterhin als Medienlast bewertet wird. Der Streckenlast-Faktor für Medienlasten wird dabei nicht doppelt gezählt.
In der Projektdokumentation (Report, Log, Loads-Pdf) wird das aufgelegte Rig als Sub-Rig des Hauptrigs bezeichnet. Die übergebenen Lasten erscheinen als SUB-RIG-<Handle Traverse>;<Handle Traverse>_V1, der Medienanteil mit dem Zusatz ;M.
Grenzen des Verfahrens
Abheben wird als Fehler gemeldet. Ein aufgelegtes Rig kann nur drücken, nicht ziehen. Ergibt die Rechnung an einem Auflagepunkt eine nach oben gerichtete Kraft, würde das Rig dort abheben. Das passiert zum Beispiel, wenn eine schwere Last weit außerhalb der Auflagepunkte hängt. VStatics rechnet dann nicht ohne diesen Auflagepunkt weiter, sondern meldet einen Fehler mit dem Namen des Auflagepunkts. Abhilfe: Auflagepunkte oder Lasten anders anordnen.
Starre, gleich hohe Auflagepunkte. VStatics geht davon aus, dass alle Auflagepunkte exakt auf gleicher Höhe liegen und das Hauptrig an diesen Punkten nicht nachgibt. Da hier immer mindestens drei Auflagepunkte vorhanden sind, verschieben in der Realität die Durchbiegung des Hauptrigs und kleine Höhenunterschiede die Kräfte zwischen den Auflagepunkten. Ein Auflagepunkt, der etwas tiefer liegt oder stärker nachgibt, trägt weniger, die Nachbarn tragen mehr.
Nur Kreuzungspunkte. Das aufgelegte Rig gibt seine Last nur an den Kreuzungspunkten an das Hauptrig ab. Eine Auflage über eine ganze Linie (parallel aufliegende Traversen) wird nicht unterstützt.